Rückblick auf den Aufenthalt am/im Titicacasee: wir hatten eine 2-Tages-Tour gebucht zu den Inseln, die mich sehr beeindruckte. Eine ganz andere Welt, in die uns unser Führer einweihte, er selbst kommt von einer dieser Inseln, und spricht die Sprache der Inselbewohner (die “Inka-Sprache” Quechua).
Zuerst waren wir auf den schwimmenden Inseln der Uros (bzw. deren Nachfahren). Ca. 5000 Menschen leben auf diesen Schilfinseln, es gibt Schulen, eine Kirche, und dank Solarpanels auch Strom für Fernsehen.
Die Menschen leben vom Tourismus, vom Verkauf ihrer handgearbeiteten Souvenirs und vom Fischfang.
Auf der (nicht schwimmenden) Insel Amantaní waren wir bei einer Gastfamilie untergebracht. Wilma, unsere Gastmutter, zauberte auf einem einfachen, mit Holz befeuerten Herd leckere Suppen und zum Frühstück Pfannkuchen. Im Toilettenhäusschen spülte man per Eimer, das Wasser für Dusche und Waschbecken kam aus einer Tonne auf dem Dach. Abends war es merkwürdig dunkel auf der Insel, selbst auf der Plaza (dem Hauptplatz). Nur ein paar Dorfbewohner leuchteten mit Taschenlampen auf ihre Grills, auf denen sie Spezialitäten brieten und an Passanten verkauften. Wilma erklärte uns, dass ein früherer Präsident einen Stromgenerator für die Insel angeschafft hatte und der Staat den Inselbewohnern subventionierten Strom verkaufte. Der darauffolgende Präsident führte die Subventionspolitik aber nicht fort und die Insulaner hätten ein teueres Monatsabo zahlen müssen um pro Tag drei Stunden Strom zu haben. Der Generator wird also nicht mehr benutzt, manche Familien haben Mini-Solaranlagen oder einen kleinen Dieselgenerator, ansonsten wird mit Taschenlampen und Kerzen geleuchtet.
Ich liess das Inselleben auf mich wirken und machte kaum Fotos. Auf einer Wanderung zum Gipfel der Insel entstand obiges Foto mit zwei Frauen aus der Reisegruppe, mit denen ich mich angefreundet hatte. Und ganz hastig beim Abschied am Hafen das Foto mit Wilma in ihrer traditionellen Tracht, mit handbestickter Bluse und Kopfbedeckung.
Unsere Gruppe fuhr noch zu einer weiteren Titicaca-Insel, der Isla Taquile, die reich an Sitten und Bräuchen ist, die heute noch sehr lebendig und sichtbar sind. So tauschen beispielsweise verheiratete Männer zur Begrüssung Kokablätter aus, die sie in einem Beutel bei sich tragen. Die Frauen spinnen Wolle zu Fäden, und die Männer stricken daraus Gürtel und Mützen für ihre Tracht, wobei die Farben dieser Kleidungsstücke darüber Auskunft geben, ob der Träger verheiratet, ledig oder im “Inselrat” ist. “Eigentlich überflüssig”, meinte unser Führer, “auf der Insel kennt sowieso jeder jeden.”

Foto links: strickende Männer in traditionneller Tracht, im Hintergrund eine spinnende Frau. Foto rechts: auf unserem Boot fuhr ein strickender Mann mit zum Festland. Moderne (sein Shirt!) und Tradtion mischen sich…
Die Strickmützen der Männer sind so fein und fest gestrickt, dass man meinen könnte, es sei gewebt. Um eine (Zipfel-)Mütze zu fertigen braucht es dementsprechend auch einen ganzen Monat Arbeit. Die Strickarbeit der Männer von Taquile wurde ins Unesco-Weltkulturerbe aufgenommen.
Zurück auf dem Festland, in der Stadt Puno, schlenderte ich alleine über einen Markt, auf dem allerlei Souvenirs und Alpaka-Stricksachen verkauft werden. Ich traue mich immer mehr spanisch zu sprechen, auch wenn es lücken- und fehlerhaft ist. Und so kam ich unter anderem mit einer Mamita ins Gespräch, der ich einen handgestrickten Pulli abkaufte.
Und Miguel, der gerade eine seiner wunderschönen Mützen strickte, als ich an seinen Stand kam. Auf meine Nachfrage hin zeigte er mir, dass er selbst die Alpakawolle zu Fäden verspann (mittleres Bild) und erklärte mir, dass er selbst mit natürlichen Färbemitteln die Wolle färbte (Bild rechts) und ansonsten die natürlichen Alpaka-Farben nutzt. 
Flashback to my stay at Titicaca Lake: we had booked a 2 days trip to some of the islands. First the swimming Uro Islands made of reed (first picture) where some 5,000 people live. Solar panels provide electricity for e.g. TV.
Then we stayed a night in host families on the island Amantaní. There is neither water nor electricity on the island, people do with torch lamps or solar panels, the toilet flush is a bucket and the water for the shower comes from a ton on the roof top. I didn´t take a lot of photos on this island. The photo on the left is with the two other girls of my group and the other one was hastily shot in the port before I left the island, it´s my “hostmother” Wilma in her traditional dress she embroided herself.
On island Taqile, it´s only men who knit, women yarn the wool to threads (foto with two knitting men in tradtional dress and a yarning woman; foto on the right: a knitting man on our boat, he wears the tradtional hat but a modern shirt in nylon).
Back on the mainland, in the city of Puno, I bought some Alpaka stuff on a market. I chatted with an elderly women (photo on the left) and with Miguel, who showed me that he yarns himself the Alpaka wool (photo in the middle) and colors it with natural colors (photo on the right). He knitted beautiful hats, gloves and shawls.




Liebe Noemi,
ich verfolge gespannt Deine Reise und freue mich über Deine Kommentare und Deine Bilder – tres bien!
Machupicchu – Fotos würden mich schon noch interessieren!
Ich wünsche Dir einen guten Rutsch und ein gutes 2010!
Pa
J’ai hâte que tu me racontes ton périple!
Bon voyage! bises.
oohh, la reine des sorbets et d´autres délices!
Les béquilles seront pour l´an prochain, comme je n´ai pu passer avant mon départ. Passe mon bonjour à tes Junhommes.
Bises