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Kapstadt

(I’ve done it, Rene – I climbed Table Mountain!)

An meinen ersten Tag in Kapstadt war optimales Wetter für eine Besteigung des Tafelbergs angesagt, und so habe ich mich auf den schweißtreibenden Weg nach oben begeben. Wunderbare Blumen und Büsche, ein toller Blick über die Stadt, die Bucht und die nahen und fernen anderen Berge.

Flora am Tafelberg - ich nehme an eine Orchideenart

Flora am Tafelberg – ich nehme an eine Orchideenart

noch ist es nicht so steil..

noch ist es nicht so steil..

Die letzten Meter des “Platteklipp George” Wegs wurden jedoch immer anstrengender, da es doch sehr steil nach oben geht. Ein Mitwanderer sagte sehr treffend: es ist nicht der höchste Berg den ich bestiegen habe, aber wahrscheinlich am meisten Höhenmeter in kürzester Zeit.

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Oben auf etwas mehr als 1000 m über dem Meeresspiegel genoss ich die tolle Aussicht und fuhr mit der Seilbahn wieder hinunter. Eine tolle Wanderung!

Blick vom Tafelberg runter auf Lions Head

Blick vom Tafelberg runter auf Lions Head

Mit einem der roten Doppeldecker-Touristenbusse fuhr ich an der Küste entlang und bis zur Waterfront, teils als Hafen genutzt aber vor allem ein riesiges Vergnügungs- und Shopping-Paradies.

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Stellenbosch (Kapregion)

Eine hübsche Universitätsstadt in der ich vom Bürgermeister höchstpersönlich willkommen geheißen wurde: die Stadtführerin hatte gerade einige Sätze gesagt als neben uns ein schicker Mercedes hielt und der Bürgermeister ausstieg. Ein charmanter Mann, der mit uns Touristen plauderte, scherzte und stolz von seiner Stadt als der Innovationsstadt sprach und einige der technologischen Errungenschaften made in Stellenbosch aufzählte.

Touristen aus England, Bürgermeister Conrad Sidego und ich vor der Touristinfo in Stellenbosch

Touristen aus England, Bürgermeister Conrad Sidego und ich vor der Touristinfo in Stellenbosch

Nach diesem spontanen Zwischenfall liefen wir durch die zweitälteste europäische Siedlung in Südafrika. Der Holländer Simon van der Stel, Gouvereneur in Kapstadt, hatte die Stadt Ende des 18. Jh. gegründet und sie wurde nach ihm benannt. Sie hat auch den Beinamen Eichenstadt, da der Stadtgründer viele Eichen pflanzen ließ um daraus Eichenfässer für den Wein der Region herzustellen. Das misslang: die Eichen wuchsen in Afrika schneller als in Europa weshalb das Holz durchlässig wurde und die Eichenfässer auch heute noch aus Europa importiert werden müssen. Hübsch sind die überall präsenten Eichen trotzdem, vor allem jetzt im Frühling, wo sie noch in frischem Hellgrün strahlen.

Es war gerade um die Mittagszeit und viele Arbeiter machten gerade Pause. Einige hatten sich in einen gepflegten Park in den Schatten gelegt, ein anderer auf eine der vielen Kunst-Bänke gesetzt die überall in der Stadt aufgestellt sind.

Mittagspause mit Zeitung auf Kunstwerk. Schnappschuss aus Stellenbosch.

Mittagspause mit Zeitung auf Kunstwerk. Schnappschuss aus Stellenbosch.


In der Stadt gibt es etliche schöne Häuser und Kirchen aus dem 19. Jh, sie sind strahlend weiß und haben oft mit Reet gedeckten Dächer.
Kirche in Stellenbosch

Kirche in Stellenbosch


Stellenbosch hat definitiv viel Charme mit seinen vielen Cafes, Restaurants, geschmackvollen Souvenirläden und eher edlen Boutiquen und eben den Häusern im kapholländischen Stil und den vielen Eichen.
Vor der Kunstschule in Stellenbosch: Muli aus alten Gummireifen.

Vor der Kunstschule in Stellenbosch: Muli aus alten Gummireifen.

Knysna (Garden Route)

Im Norden war die Landschaft braun und beige, vom trockenen Winter verdorrtes Gras, nur ab und an mal ein khakigrüner Eukalyptusbaum. Hier weiter südlich, an der berühmten Gardenroute plötzlich saftig grüne Wiesen und gelb blühende Büsche.

Nationalsymbol: Protea, aufgenommen im Pledge Nature Reserve

Nationalsymbol: Protea, aufgenommen im Pledge Nature Reserve

Das volle Kontrastprogramm zu Swaziland und Johannesburg auch kulturell: viele Weiße, Nachfahren der Holländer und französischen Hugenotten, die vor mehreren hundert Jahren hier anfingen zu siedeln. Statt den “schwarzen” Sprachen isiZulu und isiXhosa ist hier vermehrt Afrikaans präsent. Und mit dem Ferienort Knysna hatte ich mir wohl eine Art südafrikanisches Sylt rausgesucht: eine exquisite Ferienwohnungssiedlung, teuer aussehende Häuser mit Blick auf die Bucht, gepflegte Golfplätze, im Hafen einige kleinere Yachten, und an der Waterfront (Hafenpromenade) relativ teure Boutiquen.

Thesen House (19. Jhd.) im Zentrum Knysnas beherbergt u.a. eine Kunstgalerie

Thesen House (19. Jhd.) im Zentrum Knysnas beherbergt u.a. eine Kunstgalerie

Im Stadtzentrum gab es neben modernen Einkaufszentren und Häusern im viktorianischen Stil aber auch “schwarze” Ecken: den geschäftigen Busbahnhof (die Weißen haben Autos und sind nicht auf die oft überfüllten Minibusse angewiesen) und in den angrenzenden Straßen kleine improvisierte Stände an denen Obst und Gemüse, merkwürdige Wurzeln und Kräuter verkauft wurden.

In der Thesen Art Gallery: "The Ancestors and the Liberation" von El Anatsui (Ghana), Holz, Tempera und Metall ( von Kronkorken, Dosen)

In der Thesen Art Gallery: “The Ancestors and the Liberation” von El Anatsui (Ghana);  Holz, Tempera und Metall ( von Kronkorken, Dosen)

Ich lieh mir ein Fahrrad und erkundete damit die Stadt. Außerdem lief ich die steile Straße zu einem Aussichtspunkt hoch und genoss den Blick über die Lagune und die Stadt. Am nächsten Tag ging ich in eine Kunstgalerie (s. Foto), machte einen längeren Spaziergang in einem Naturschutzgebiet und eine Bootsrundfahrt durch die Lagune.

Aussichtspunkt oberhalb der Stadt. Der Fußmarsch da hoch hat sich gelohnt!

Aussichtspunkt oberhalb der Stadt. Der Fußmarsch da hoch hat sich gelohnt!

Das Wetter war leider nicht so toll, meistens bewölkt und um die 18 Grad tagsüber und nachts um die 12 Grad. Ich habe eine Erkältung und fror deshalb in den ungeheizten Räumen meiner Unterkunft.

Durban bei Kessie & Rene

English version below!

Kaum Sightseeing dafür ein Eintauchen in den Alltag der indischstämmigen Bevölkerung – das war Durban für mich, und es war toll!

Kleiner Rückblick: ich wollte ja schon sehr lange nach Südafrika und Swaziland reisen, wusste aber nie so recht, wie: eine organisierte Busreise wollte ich nicht, für eine geführte Selbstfahrer-Safari konnte ich mich ebensowenig begeistern und einfach so mit Bus und Bahn wie ich hier in Europa reisen würde das traute ich mich alleine nicht.

Dann hörte ich von BazBus, einem Busservice wo man im Backpacker Hostel abgeholt wird und bei einem nächsten Stop wieder bis zum Hostel gebracht wird. Perfekt für mich! Kessie hatte mir davon erzählt und mich ermutigt, meinen Südafrika-Traum wahr werden zu lassen. Kessie habe ich über meinen Job kennengelernt und er lud mich ein, das Wochenende mit ihm und seiner Frau Rene in einem Vorort von Durban zu verbringen.

Die beiden heißen eigentlich Kesuval und Rennigee, sind praktizierende Hindus, sprechen jedoch Englisch miteinander da sie Indien nur von einer Urlaubsreise her kennen: ihre Großväter kamen schon als Kinder nach Südafrika.

indische Saris und Co. in einem Vorort Durban

indische Saris und Co. in einem Vorort Durbans

Am Samstag fuhren wir zu einem indischen Einkaufszentrum. In den Geschäften sah ich duzende Rollen farbenfroher Stoffe für Saris, traditionnelle Anzüge für Männer, kitschigen Schmuck, unzählige Gewürze und Accessoires für religiöse Zeremonien. Im Bangladesh Market dann ganz viele Obst- und Gemüsestände aber ich probierte auch indische Teigtaschen (Samossa).

Die indischstämmige Bevölkerung ist hier in Durban zahlenmäßig stark vertreten. An der Golden Mile, der Strandpromenade Durbans, sah ich jedoch auch einige vollverschleierte Muslima, coole schwarze Jugendliche mit ihren Skateboards und urlaubende Afrikaaner (das sind die Weißen, die mal vor Jahrhunderten aus Holland oder Frankreich gekommen sind).

Hindutempel, Moschee und anglikanische Kirche sind hier teilweise buchstäblich Tür an Tür nebeneinander.

An Durbans Golden Mile (Strandpromenade) gibt es einen großen Skatepark. Coole Jugendliche und ein paar neugieriege Touristen schauen den Boardern zu. // Durban, Golden Mile. Cool kids watching skateboarders.

An Durbans Golden Mile (Strandpromenade) gibt es einen großen Skatepark. Coole Jugendliche und ein paar neugieriege Touristen schauen den Boardern zu.
// Durban, Golden Mile. Cool kids watching skateboarders.

Aus Kessies Sicht sind die Inder die Verlierer im neuen Südafrika. Während der Apartheid waren die Inder genauso benachteiligt wie Schwarze.  Seit dem Ende der Apartheid werden Schwarze bevorzugt eingestellt und die Inder haben das Nachsehen. Kessie berichtete mir auch von Schwarzen, die Sozialleistungen des Staates missbrauchen und zu unrecht teilweise zwei Sozialwohnungen zugeteilt bekommen, kostenlosen  Strom und Wasser inklusive. Unter Präsident Zuma gäbe es zudem viel mehr Korruption als unter Mandela oder seinem Nachfolger Mbeki.

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Die Einfamilienhäuser in Durban sind genau so stark gesichert wie in Johannesburg, in Kessies Haus konnte ich sehen, wie weit das geht: hohe Mauern rund ums Grundstück, ein (Wach-)Hund (ein ganz lieber kleiner Jack Russel Terrier), überall vergitterte Türen und Fenster, extra Türverriegelungen und eine Alarmanlage im Haus, in jedem Zimmer Bewegungsmelder. Wenn ich nachts vom Schlafzimmer bis zur Küche gegangen wäre, hätte das Alarm ausgelöst. Ein Leben hinter Gittern, mit allabendlichem Einschalten der Alarmanlage und minutenlangem Türenverriegeln im ganzen Haus jedesmal wenn man das Haus verlässt.

Am Sonntag fuhren wir kurz da vorbei wo Kessie arbeitet, eine Fabrik in einem Industriegebiet. Später konnte ich Renes Büro sehen, ein Familienbetrieb in dem sie mit ihrem Bruder arbeitet.

Dieser Sonntag war Verwandtenbesuchstag. Ein Cousin von Rene ist krebskrank und das war das erste Wochenende seit zwei Monaten dass es ihm so gut ging, dass er Besuch empfangen konnte. 20 is 30 Familienmitglieder waren im Laufe des Nachmittags da, immer wieder wurde neu Tee ausgeschenkt, drängte die Gastgeberin dass man doch die Samossas oder Kekse probieren sollte, immer neue und mehr Snacks wurden aufgetischt. Obwohl ich noch gut satt vom Mittagessen war, probierte ich von fast allem ein wenig. Auch in diesem Haus hörte ich kein einziges Wort Hindu oder Tamil, nur Englisch, aber alle hatten indische Namen, die für mich natürlich schwer zu merken waren.

Später fuhren wir noch kurz bei Renes Bruder vorbei, dessen Töchter und Frau mich neugierig über Deutschland ausfragten: was kostet ein Brot, wie sehen die Häuser aus, gibt es viele Obdachlose, was macht ihr um Energie zu sparen, fahren viele Leute Mercedes-AMGs (die Familie ist mit diesen Autos ausgestattet) und wie ist das Schulsystem?

rechts im Bild Rene, links ihr Bruder, seine Frau und Töchter. Rene on the right, on the left side Renes brother, his wife and daughters

rechts im Bild Rene, links ihr Bruder, seine Frau und Töchter.
Rene on the right, on the left side Renes brother, his wife and daughters

Überall hier wurde ich herzlich aufgenommen, von Renes Familie und natürlich von Rene und Kessie selber. Rene kochte vorzüglich und las mir jeden Wunsch von den Augen ab (so kam ich zu einem kleinen Portmonnaie und muss mir Geld nicht weiter in die Hosentaschen stecken) und Kessie und Rene sind einfach wunderbare Menschen, die Freundlichkeit und Zufriedenheit ausstrahlen.

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I had a wonderful week-end at Kessie’s and Rene’s home in Durban. I am doing business with Kessie and he was the one who told me about the hop-on-hop-off door-to-door bus called BazBus and encouraged me to realize my dream of travelling Swaziland and South Africa. 

Not much sightseeing this week-end but lots of everyday life and and insight into the indian community of Durban.

Kessie and Rene’s grandparents have come from India to South Africa, so  dispite their indian names, religion (Hindu) and traditions (food, wearing Saris on some occasions etc.), they speak  English all of the time. 

On saturday, we went to indian shops and a market: colorful Sari cloths, a multitude of spices, fruits and vegetables, tacky jewellery and the latest Bollywood movies along with accessoires for religious ceremonies.

We also went to the Golden Mile, Durbans beachfront, where I could see the diversity of Durbans inhabitants. Durban has a very big indian community, but on the beachfront there were also some muslim ladies in Shadors and cool black kids with their skateboards just beside white Afrikaners having a braai (BBQ).

The next day, I could see where Kessie and Rene work (a plant in an industrial area for Kessie and an in-home office in a family business run by Renes brother).

Sunday was family day, we visited Rene’s Cousins family where at least 20 to 30 familiy members gathered. With every arrival of new people, freshly brewed tea would be served and everybody would be pushed to eat of the variety of snacks on the table. We have had lunch just before, but I was curious to taste these different kind of biskuits, samossas etc. so I ended up tasting most of them.

Then, at Rene’s brother’s house, his teenage daugther(s) and wife would ask me a lot about Germany: how much does a bread cost? what is the school system like? are there a lot of homeless people? how are the houses build? Do a lot of people have Mercedes AMG cars (the family has two of them)?

Everywhere I was heartily welcomed, at Renes family but especially by Rene and Kessie. Rene is a good cook and she would read every wish from my eyes, make me presents and provide me with everything I needed and more. I had interesting talks with the two of them and they are just wonderful people full of kindness and inner harmony. I am grateful and happy about this weekend.

Johannesburg

Hohe Mauern mit Stacheldraht oder Elektrozaun, vergitterte Fenster und überall Warnschilder (“armed response”) privater Sicherheitsdienste – so sehen die Einfamilienhäuser in Johannesburg aus. 

Im Stadtzentrum teilweise erschreckend viele verwaiste Hochhäuser aus den 60er/70er Jahren, eigeschlagene oder zugemauerte Fenster inklusive. 

Im Stadtzentrum von Johannesburg: einige leerstehende Hochhäuser mit eingeschlagenen oder zugemauerten Fenstern.

Im Stadtzentrum von Johannesburg: einige leerstehende Hochhäuser mit eingeschlagenen oder zugemauerten Fenstern.

In den Central Business District, kurz CBD, sowie einige andere Ecken der Stadt sollte man als Tourist sogar bei Tageslicht nicht gehen.

Ich nehme also einen dieser roten Doppeldecker-Busse für Touristen, die auch in vielen europäischen Metropolen (geh-)faule Besucher von Highlight zu Highlight durch die Stadt fahren. 

Über Kopfhörer bekomme ich interessante Infos über die Stadt: Jo’burg entstand erst ab 1886 aus einer Ansammlung von Zelten, als hier Gold gefunden wurde. Es ist die einzige Großstadt der Welt, die an keinem Gewässer liegt, Trinkwasser muss deshalb über hunderte Kilometer in die Stadt transportiert werden.

Ich fahre mit dem Lift hinauf in den 50. Stock des höchsten Gebäudes ganz Afrikas, den Carlton Tower. Von hier aus hat man einen tollen Blick über die Stadt. 

 

Johannesburg vom Carlton Center aus

Johannesburg vom Carlton Center aus

Wichtiger Stop außerdem das Apartheid Museum, das direkt neben einem Vergnügungspark liegt. Für das Museum sollte man wohl besser einen Tag einplanen, ich bin ein bisschen erschlagen von den vielen interessanten Informationen. Es gibt viele Filmdokumente, Fotos, original Schilder von damals (“nur für Weiße/Europäer”), drei winzige Zellen in denen politische Häftlinge teilweise über 400 Tage lang in Einzelhaft gehalten werden konnten und einen der mächtigen Polizeipanzer, die gegen die Schülerproteste in Soweto in den 70er Jahren eingesetzt wurde.

Auch wenn das Viertel um die Universität (Bramfonstein) wesentlich freundlicher als die Innenstadt ist, in Johannesburg habe ich mich nicht “verliebt” wie die Kopfhörerstimme im Touristenbus prophezeit hat.

Swaziland

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Meine Reiseroute

So sah übrigens meine Reiseroute aus